Hangelar summt & brummt

Blühfläche mit Insektenburg

Magere Blumenwiese für Wildbienen, Schmetterlinge, Insekten & Co. – Inklusive einer Insektenburg

Hangelar summtDieses umfangreiche Projekt haben zwei Eltern unserer Schule – Christiane Herweck und Markus Menke – ins Leben gerufen. Sie wollten den lokalen Bezug und ließen sich etwas Besonderes für Hangelar einfallen: die Anlage einer 180qm großen Blühfläche samt Insektenburg. Damit möchten sie dem dramatischen Insektensterben entgegenwirken und die von der Stadt Sankt Augustin zur Verfügung gestellte Fläche direkt an einem der Tore zum Wegesystem des Grünen C in ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und sonstige Insekten verwandeln.

Für Spaziergänger der Hangelarer Heide gibt es schon vor Fertigstellung viel zu beobachten. So wurde bereits die Grasnarbe der Fläche mit einem Traktor abgetragen. Auch die wie Bienchen umherschwirrenden Schüler der 6. Klasse der Waldorfschule sind ein Hingucker: Eifrig bauen sie eine Insektenburg und schaffen damit eine wertvolle und rar gewordene Brutstätte für Wildbienen, von denen 75 Prozent im Boden brüten.

Magerboden schafft Vielfalt

Herweck und Menke entschieden sich für das Anlegen einer sogenannten mageren Fläche. Nach dem Abtragen der Grasnarbe wird Sand in den Boden eingearbeitet, um einen nährstoffarmen Boden zu erhalten. Beim Saatgut fiel die Entscheidung auf eine regionale, bunt blühende, sehr artenreiche Sorten, deren Nektar und Pollen auch Nahrung für Insekten bietet, die auf diese Pflanzen spezialisiert sind und an keiner anderen Blüte Futter finden.

Die Stadt Sankt Augustin über das Projekt:
„Die Stadt Sankt Augustin freut sich sehr über das Engagement der Schule für die Natur. Die Blühfläche ergänzt perfekt unsere eigenen Bemühungen im Rahmen der Kampagne ,Stadtgrün naturnah‘“, so Landschaftsarchitektin Carmen Rump vom Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin. „Ich freue mich sehr, dass wir dann endlich einsäen können,“ sagt Christiane Herweck, und fügt hinzu: „Danach heißt es: Geduld haben – und der Blütenpracht beim Wachsen zusehen.“ Und schon bald wird eine bunte Blumenwiese und ein wohliges Gesumme die Spaziergänger an der Hangelarer Heide begrüßen.

Die Einsaat erfolgte am Samstag, 6. April um 13 Uhr.

Auf dem Foto: Marc Ambrozio hat mit dem Traktor die Grasnarbe abgetragen (Freie Waldorfschule Sankt Augustin), Christiane Herweck hat das Projekt ins Leben gerufen und koordiniert es (Freie Waldorfschule Sankt Augustin) und Birgit Dannefelser (Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin)

Einsaat der Blühfläche mit Insektenburg am 06.04.2019

Samstag, 06.04.2019, 13 Uhr:
Nach einer langwierigen, ja hingebungsvollen Anlage der Blühfläche und dem Bau der Insektenburg durch SchülerInnen wurde die Blühfläche eingesät.

Christiane Herweck und Markus Menke – InitiatorInnen des Projekts – sprachen die Begrüßung und erklärende Worte, 3 Schülerinnen der Klasse 8 stimmten mit Haydn in die feierliche Einsaat ein. Dann ging es los: die roten Einsaatschürzen umgebunden, wurde das Saatgut von Herweck und Menke verteilt – den Säerspruch sprechend das Saatgut auf Kommando in zwei gegenüberliegenden Reihen ausgesät! Die Presse war entzückt von soviel Stimmung. O-Ton: „Das ist Waldorf!“ 😉

Auch Carmen Rump vom Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin, Schwab, Hangelars Ortsvorsteher und Thomas Pätzold von den Grünen haben die Saat auf die Fläche gebracht.

Nun hoffen wir, das die Saat gut angeht und schon bald von ersten gesichteten, seltenen Wildbienenarten berichten können.

Vielen Dank an alle, die diese Aktion mit Engagement und auch Interesse unterstützt haben!


Das Interesse ist groß

Menke & Herweck bei der Begrüßung

Einstimmung mit Haydn

Blick auf die Insektenburg
Fertig zur Einsaat
Aufgestellt zur Einsaat
Das Saatgut wird verteilt
Saatgut wird verteilt

Das Saatgut kommt auf die Fläche!

Dazu wird der Säerspruch gesprochen

Noch mal das ganze für die 2. Fläche…

Begeistert dabei:
vlnr: Thomas Pätzold (Die Grünen / Bündnis 90), Wilfried Schwab (Ortsvorsteher Hangelar), Carmen Rump (Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin)

Pressekontakt: presse [@] waldorfschule-sankt-augustin.de
Fotos / Copyright: S. Lannert

Ein Projekt im Rahmen von Waldorf 100.

Ermöglicht durch den Basarkreis unserer Schule!

Wildblumenmenü

Hersteller: Rieger-Hofmann GmbH

Diese Mischung enthält Samen von 16 Wildblumen – alle sind wichtige Nahrungsquellen für Wildbienen. Bei der Auswahl wurden besonders die Bedürfnisse der Pollenspezialisten berücksichtigt, also von Wildbienen, die für die Entwicklung ihrer Nachkommen den Blütenpollen bestimmter Pflanzen benötigen.

Der Inhalt reicht für etwa 3 m².

Eigenschaften dieser Mischung:

  • gut geeignet auch für die Aussaat in der „normalen“ Gartenerde
  • sonniger bis leicht halbschattiger Standort
  • Nahrung vom Frühjahr bis zum Herbst
  • Blütezeit zwischen April und Oktober
  • es sind keine Arten enthalten, die dazu neigen, andere zu verdrängen

Enthalten sind diese Pflanzen:

  • Echte Betonie/Heil-Ziest, Betonica officinalis/Stachys, officinalis, mehrjährig (rotviolett)
  • Geruchlose Kamille, Tripleurospermum perforatum, ein- bis zweijährig (weiß und gelb)
  • Wiesen-Flockenblume, Centaurea jacea, mehrjährig (rotviolett)
  • Kornblume, Centaurea cyanus, einjährig (leuchtend blau)
  • Wiesen-Witwenblume, Knautia arvensis, mehrjährig (violett)
  • Kleinköpfiger Pippau, Crepis capillaris, ein- bis zweijährig (gelb)
  • Gewöhnliches Bitterkraut, Picris hieracioides, zwei- bis mehrjährig, (gelb)
  • Gewöhnlicher Hornklee, Lotus corniculatus, mehrjährig (gelb)
  • Wilde Möhre, Daucus carota, (ein- bis) zweijährig (weiß)
  • Nesselblättrige Glockenblume, Campanula trachelium, mehrjährig, (blauviolett)
  • Rapunzel-Glockenblume, Campanula rapunculus, zweijährig (blauviolett)
  • Färber-Resede, Reseda luteola, zweijährig (hellgelb)
  • Nachtviole, Hesperis matronalis, zweijährig (violett)
  • Wiesen-Schaumkraut, Cardamine pratensis, mehrjährig (blassviolett)
  • Echtes Barbarakraut, Barbarea vulgaris, zweijährig (gelb)
  • Klatsch-Mohn, Papaver rhoeas, einjährig (rot)

Komposition der Saatgutmischung: Markus Menke

Ein Projekt im Rahmen: von „Waldorf100“

Umgesetzt: von Uta Lublinski mit dem Berufskolleg für Gestaltung

Ermöglicht: durch den Basarkreis unserer Schule